„Unvergessliche Tage mit Grenzerfahrung“: Mitarbeiter pilgerten gemeinsam auf dem Jakobsweg

19.07.19

Sie trugen ein Rucksack mit dem Nötigsten auf dem Rücken und folgten der gelben Muschel auf blauem Grund – vier Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter der Diakonie Leipziger Land, die neulich gemeinsam auf Pilgertour gingen. In zwei Tagen legten sie zwischen Görlitz und Kubschütz rund 50 km auf dem historischen Jakobsweg zurück. Er verläuft entlang der Via Regia und führt bis ins spanische Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus – seit rund 1000 Jahren ein beliebtes Pilgerziel. Diese besondere Auszeit war ein Angebot, das Tobias Jahn organisiert hatte. „Wir wollen uns gemeinsam auf den Weg machen, wo man ein Stück auch zu sich selbst und zu Gott finden kann“, erklärt der Geistliche Leiter der Diakonie und ihrer Tochtergesellschaften, „Pilgern eröffnet die Chance, Tempo aus dem Leben zu nehmen und sich auf das Wesentliche zu reduzieren“.

2 Pilger mit Rucksack auf dem Weg

Das fing schon im Vorfeld beim Packen an. Was brauche ich wirklich? Diesem Check hielt nur das Wichtigste stand und Föhn, Bodylotion & Co. mussten zu Hause bleiben. Nach der Übernachtung in der Pilgerherberge gibt es eine kleine Andacht, einen Segen und einen Witz mit auf den Weg sowie den guten Rat, dem Handy eine Pause zu verordnen. Schnell tauchen die Pilger ein in eine andere, entschleunigte Welt und der Alltag ist weit weg. Beim Laufen entspinnen sich Gespräche über Gott und die Welt. Wer für sich gehen will, hängt seinen eigenen Gedanken nach. Zufluchtsorte zum Abkühlen, Auftanken, Innehalten und Entdecken sind die Dorf-Kirchen, die viel zu erzählen haben. Unterwegs begegnen die Kollegen anderen Pilgern und netten Anwohnern, die Getränke servieren. Erfahrungen auf dem Weg lassen sich gut aufs Leben übertragen, z.B., dass Umwege ein Gewinn sein können, dass man Gelegenheiten nutzen sollte und dass man mit einem kleinen Schritt nach dem anderen am besten zum großen Ziel kommt.

Pilger laufen im Gänsemarsch

Ein Muss bei bis zu 36 Grad im Schatten sind spontane Bade-Pausen, eine ausgedehnte Siesta auf der Lichtung und literweise Wasser. „Es war schon eine Grenzerfahrung, aber das Pilgern wird in mir nachwirken und unvergesslich sein“, sagte Manuela Grzeschik am Ende der Tour, „wie schön ist es doch, mit wenigen, einfachen Dingen so glücklich zu sein“. Das kann auch Janet Pischke bestätigen: „Ich bin dankbar, dass ich diese Zeit erleben durfte. Man lernt dabei wieder, sich über bedeutsame Kleinigkeiten zu freuen wie die Johannisbeeren am Wegesrand oder frisches Wasser“. In Bewegung habe man im
doppelten Sinne kommen können, sagt Nicole Möller: „Es war auch eine Chance, die eigenen Ideen und Gedanken auf Reisen zu schicken und sich wieder zu spüren“. Manche wissen schon jetzt: Nächstes Jahr machen wir wieder mit. Dann wollen die Diakonie-Pilger den nächsten Abschnitt des Wegs unter die Füße nehmen.