Ein „freundliches Zuhause“ für Jugendliche in Not: VILLA OBERHOLZ wird traumapädagogische Einrichtung

09.09.19

Sie kämpfen mit den Folgen von Vernachlässigung, Missbrauch, Drogensucht oder psychischen Erkrankungen und brauchen jede Menge Hilfe. Für Jugendliche, die Schlimmes erlebt haben, gibt es in der VILLA OBERHOLZ neuerdings ein besonderes Angebot: das Haus ist jetzt eine traumapädagogische Wohngruppe.

Die Einrichtung, die schon seit Jahren jungen Menschen ein Zuhause auf Zeit bietet, stellt sich damit neu auf. Es gibt es jetzt nur noch Einzelzimmer, die Platzzahl wurde heruntergefahren und der Betreuungsschlüssel kräftig erhöht. Außerdem bekommt der eigene Psychologe Verstärkung. „Wir haben jetzt mehr Platz und mehr Zeit“, sagt Stefan Winkelmann, Fachbereichsleiter Kinder und Jugend bei der Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH – Diakonie-Tochter und Träger der VILLA. „So können wir uns besonders intensiv um besonders intensive Bedürfnisse kümmern und jungen Menschen am Rand der Gesellschaft ein freundliches, verlässliches Zuhause bieten“, erklärt er. Der Bedarf dafür sei groß: „Immer mehr Jugendliche, die zu uns kommen, schleppen einen enormen Rucksack mit sich herum.“ Schließlich habe das Jugendamt den Träger gebeten, eine Intensivbetreuung zu starten. Trotz der hohen Bedürftigkeit sollen in dieser nicht nur die Probleme im Fokus stehen, sondern der einzelne Mensch mit seinen Ressourcen.

Bei aller Freude über das neue Projekt stehen der Fachbereichsleiter und sein Team auch vor einer  Herausforderung. Der Markt für pädagogische Fachkräfte, die jetzt ja in größerer Zahl gebraucht werden, ist wie leergefegt. „Wir suchen dringend noch Erzieher, Sozialpädagogen und einen Psychologen, die jungen Menschen Halt, Orientierung und Sicherheit geben möchten“, so Stefan Winkelmann, der trotz allem optimistisch ist. „Wir haben etwas Neues für die Jugendlichen gestartet und sind zuversichtlich, unter verbesserten Bedingungen ein starkes Team aufbauen zu können.“

Erzieher steht am offenen Tor der Villa