Das Leben und die Menschen feiern: Stationäre Jugendhilfe in Borna und Großpösna beging Doppel-Geburtstag

16.06.26

Zusammen wurden sie neulich 50: Das Kinder- und Jugendhaus „Habitat“ Borna blickt auf 20, die Jugendwohngruppe „Villa Oberholz“ Großpösna auf 30 Jahre zurück. Anlass genug für ein fröhliches Fest voller Dankbarkeit: für Gottes Segen über den beiden Häusern der Diakonie-Tochter Heimverbund Leipziger Land gemeinnützige GmbH, für das engagierte Team, das Vertrauen der Eltern, die Unterstützung von Kirchgemeinden oder Firmen, für die Zusammenarbeit mit Kommunen oder Landkreis – und nicht zuletzt für über 400 junge Menschen, die hier etwas Gutes für ihr Leben mitnehmen konnten und ein Zuhause auf Zeit gefunden haben.

Die Geschichte der Wohngruppen ist freilich viel länger. Der Vorläufer des „Habitats“ stand in Großdeuben. Mit dem Umzug ins zentralere Borna verabschiedete man sich bewusst von der Bezeichnung „Kinderheim“, um fortan „Habitat“ – also geschützter Lebensraum – zu heißen. Die vor fast 100 Jahren erbaute „Villa“ wiederum ist schon lange ein Ort für Heranwachsende: seit 1982 Kleinkinderheim, später Schulhort, betreutes Wohnen für junge Menschen – und heute traumapädagogische Jugendwohngruppe.

Tobias Jahn blickte in seiner Rückschau sogar noch weiter in die Vergangenheit. Der Geistliche Leiter im Diakonie-Verbund schlug den Bogen zu den Anfängen der Jugendhilfe in Deutschland: dem „Rauhen Haus“, das vom Diakonie-Gründervater Johann Hinrich Wichern 1833 in Hamburg gegründet wurde und in dessen Geist die beiden Häuser heute stehen. „Nach der Bibel ist jeder Mensch einzigartig, wertvoll und von Gott geliebt“, erklärte Harald Bieling, Geschäftsführer im Diakonie-Verbund. „In diesem Sinn wollen wir den Jugendlichen Wurzeln und Flügel verleihen, Perspektiven aufzeigen und Hoffnung vorleben.“

Der pädagogische Leiter Thomas Heinze betonte, dass nicht nur Jahreszahlen gefeiert werden, sondern das Leben und die Menschen. Zu dem beeindruckenden Team gehört z. B. Karina Schreiner – und zwar bereits seit 45 Jahren. Sie erinnert sich noch gut daran, wie trostlos und dunkel es in der „Villa“ während der DDR ausgesehen habe. Nicht nur optisch sei vieles wärmer und freundlicher geworden. Die Entwicklung von jungen Menschen zu begleiten, die ihnen so viel anvertrauen, fand sie immer spannend. „Besonders schön ist es, wenn sie später dankbar wiederkommen und man sieht, dass etwas Gutes aus ihnen geworden ist.“